HKC trotzt Hitze und Konkurrenz
Magdeburger Karatekas glänzen bei Ostdeutscher Meisterschaft
und führen die Gesamtwertung der Vereine an
Von Bianca Walsleben
Die Ostdeutsche Meisterschaft des DJKB in Schwerin wurde in diesem Jahr zu einem sportlichen Härtetest der besonderen Art. Zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum des Ausrichters Budokai Schwerin verwandelte sich die Halle bei Außentemperaturen von über vierzig Grad in einen regelrechten Karatekessel. Schon am Morgen zeigte das Thermometer sechsundzwanzig Grad, doch mit jedem weiteren Starter – insgesamt dreihundertzweiundneunzig Karatekas aus vierunddreißig Dojos, dreizehn Bundesländern sowie einer Delegation aus Dänemark – stieg die Temperatur spürbar an. Ventilatoren und reichlich Wasser sorgten dafür, dass die Athleten trotz der extremen Bedingungen leistungsfähig blieben. Beeindruckend war vor allem, wie wenig man ihnen die zusätzliche Belastung anmerkte.
Für den „Hatsuun Jindo“ Karate-Club Magdeburg-Barleben e. V. war es ein besonderer Wettkampftag. Der HKC, ermöglichte in diesem Jahr ein Debüt der ungewöhnlichen Art: Erstmals standen nicht die jüngsten Karatekas als Debütanten auf der Tatami, sondern Erwachsene aus der Breitensportgruppe. Einige von ihnen waren vor Jahren Wettkämpfer in anderen Verbänden, andere Eltern aktiver Kaderathleten, die durch ihre Kinder den Weg zum Karate gefunden hatten. Ihr Mut wurde belohnt – und wie.
Benjamin Schröder sicherte sich Gold im Kihon Ippon Kumite und Bronze in der Kata der Herren. René Thierbach krönte seinen Tag mit dem Titel im Kata-Shiai sowie Silber im Kumite derselben Gruppe. Ein starkes Zeichen der beiden Athleten.
Bei den Jüngsten setzte Hannah Schmidt ein Ausrufezeichen: In der Gruppe der acht bis elf Jährigen gewann sie gleich dreimal – Kata, Kumite und Kata-Team. Ihre kraftvollen Techniken und ihr Trainingsfleiß machten den Unterschied. Wilhelm Witt legte mit einem Doppelsieg in Kata und Kumite nach. Sein stabiler Stand, seine saubere Technik und seine schnelle Auffassungsgabe sind Markenzeichen, die ihm immer wieder Vorteile verschaffen.
Tom Köppen erkämpfte sich im Freikampf den Titel des Ostdeutschen Vizemeisters. Der junge Athlet lernt zunehmend, seine Körpergröße taktisch einzusetzen und den richtigen Moment für entscheidende Aktionen zu erkennen. Die Schwestern Manal und Noshin Ibrahim zeigten erneut ihre besondere Dynamik: positive Rivalität, gegenseitige Unterstützung und beeindruckende Leistungen. Manal wurde Vizemeisterin in der Kata, Noshin Vizemeisterin im Kumite und zusätzlich Dritte in der Kata – direkt hinter ihrer Schwester.
Sophie Willuweit dominierte das Kumite der Damen mit beeindruckender Souveränität. Ihre jahrelange Wettkampferfahrung zahlte sich aus: Sie ließ alle Gegnerinnen in kürzester Zeit hinter sich und holte Gold. Ebenso stark präsentierten sich Frieda Ahrens, Max Truxa und Finja Thierbach, die jeweils den ersten Platz im Kumite erkämpften. Besonders bemerkenswert: Alle drei stehen noch nicht lange auf der Tatami, entwickeln sich aber rasant weiter. Finja setzte zudem ihre Erfolgsserie fort, nachdem sie bereits die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte.
Ein emotionaler Höhepunkt war der Sieg des Herren-Kumite-Teams mit Benjamin Talarczyk, Ali Dumarani und Long Le Do. Nach vielen Jahren auf dem zweiten Platz gelang ihnen endlich der große Wurf – und das sogar gegen die starke Mannschaft aus Dänemark.
Am Ende stand für den HKC eine beeindruckende Bilanz: achtunddreißig Medaillen, darunter dreizehnmal Gold, fünfzehnmal Silber und zehnmal Bronze. Ein Ergebnis, das die Breite und Stärke des Vereins eindrucksvoll unterstreicht. Sensei Stephan Walsleben sowie die Cotrainer Juliane Gluschke und Niklas Huckauf dürfen stolz sein auf eine Mannschaft, die Hitze, Konkurrenz und Nervosität gleichermaßen gemeistert hat.
Platzierungen:
- Platz:
Kata:
- Hannah Schmidt
- Wilhelm Witt
- Arne Krippendorf
- René Thierbach
- Kata-Team Mädchen (Hannah Schmidt, Thea Schoof, Leona Grasme)
Kumite:
- Hannah Schmidt
- Finja Thierbach
- Max Truxa
- Wilhelm Witt
- Frida Ahrens
- Benjamin Schröder
- Sophie Willuweit
- Kumite-Team (Benjamin Talarczyk, Ali Dumarani, Long Le Do)
2. Platz:
Kata:
- Leona Grasme
- Bela Dussa
- Paula Ludwig
- Vigo Grasme
- Raik Babev
- Manal Ibrahim
- Kata-Team Jungen (Arne Krippendorf, Peter Fuller, Raik Babev)
Kumite:
- Pius Meier
- Tom Köppen
- Ali Dumarani
- Charlotte Oehm
- René Thierbach
- Kumite-Team (Lilly Heuer, Noshin Ibrahim, Manal Ibrahim)
- Kumite-Team (Arne Krippendorf, Raik Babev, Tom Köppen)
- Kumite-Team (Sophie Willuweit, Amy Lüer, Charlotte Oehm)
3. Platz:
Kata:
- Helena Gluschke
- Lenn Scheer
- Helene Dücker
- Noshin Ibrahim
- Benjamin Schröder
Kumite:
- Milla Dussa
- Leander Schaulies
- Noshin Ibrahim
- Miká Keffel
- Arne Krippendorf
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