Starke Kämpferinnen auf Deutscher Meisterschaft

Von Bianca Walsleben

Bei den Deutschen Meisterschaften des DJKB am vergangenen Wochenende hatten besonders die weiblichen Karatekas des „Hatsuun Jindo“ Karate-Club Magdeburg-Barleben e. V. die Nase vorn. So sicherten sich gleich fünf von ihnen jeweils zwei Platzierungen: Jana Elvers, Maya Tafel, Charlotte Oehm, Paula Ludwig und Helene Dücker. Am erfolgreichsten schnitt Amy Lüer ab: drei Medaillen erkämpfte sich die 17jährige. Im Freikampf gelang es ihr mit konsequentem Druck bis ins Halbfinale vorzudringen. Im Kampf gegen die Immenstädterin Emma Stockhaus geriet sie durch einen unachtsamen Moment ins Stolpern. Das nutzte die spätere Titelträger zu ihrem Vorteil und besiegelte den Kampf mit einem letzten Treffer. Für Amy hieß es verdient: Bronze. Im Team mit ihren beiden Kolleginnen Maya Tafel und Charlotte Oehm gelang der Finaleinzug im Kata-Team-Wettbewerb reibungslos. Im Kampf der Top vier mussten sie sich gegen die Mannschaften aus Calw, Troisdorf und Tamm behaupten. Auf Startposition zwei zeigten sie ihre Kür-Kata Bassai Dai. Mit 38,8 Punkten lagen sie auf Platz zwei, bis als letztes das Team aus Tamm an den Start ging und mit 39,5 Punkten an ihnen vorbeizog. Damit erreichten sie einen soliden dritten Platz. In der gleichen vielversprechenden Konstellation stellten sich die drei im Kumite-Team dem Wettbewerb. Im Halbfinale ging es gegen Münster auf die Fläche. Als erste Kämpferin gewann Maya eindeutig mit zwei zu null Punkten. Amy konnte nur ein Unentschieden herausholen, sodass es an Charlotte Oehm lag, den Finaleinzug zu besiegeln. Dieser Druck spornte sie derart an, dass sie binnen weniger Sekunden einen Treffer landete, der als entscheidende Technik und damit als voller Punkt gewertet wurde, was den sofortigen Sieg zur Folge hatte. Zeit zum Jubeln blieb kaum, denn es stand sofort das Finale gegen die Mannschaft aus Wattenscheid an. Es sollte ein Durchmarsch werden. Maya gewann zwei zu eins, Amy ließ dieses Mal nichts anbrennen und gewann zwei zu null und auch Charlotte gewann mit nur einem Gegentreffer ihre Begegnung. Mit drei zu null Siegen wurden die drei Damen vom HKC verdient Deutsche Meisterinnen.

Ebenfalls im Team gemeinsam traten an Helene Dücker, Larissa Schaulies und Paula Ludwig. Im Kata Einzel mussten sich Helene und Paula noch gegen 26 weitere Starterinnen in ihrer Gruppe behaupten, wobei es sich besonders Paula nicht leicht gemacht hat. Jede ihrer drei Vorrunden musste sie ins Stechen, was bedeutet, dass sie immer die doppelte Anzahl an Katas zeigen musste. Die Energie hatte sich für beide gelohnt. Im Finale wurde Paula mit Heian Sandan und 24,3 Punkten Vizemeisterin. Helene erreichte ebenfalls mit Heian Sandan Platz vier. Gemeinsam mit Larissa starteten die beiden im Kata-Team und schafften auch hier den Finaleinzug. Nachdem die Mannschaften aus Singen, Wuhlheim und Donaueschingen ihre Kata präsentiert hatten, galt es die Marke von 24,6 Punkten zu schlagen. Das sollte ihnen zwar nicht ganz gelingen, doch mit 24,2 Punkten nahmen sie stolz auf dem zweiten Treppchen Platz.

Doch auch die Jungs waren nicht ganz außen vor. Seinen bisher größten Erfolg konnte Wilhelm Witt erreichen. Der elfjährige Grüngurt schaffte es im Kihon Ippon Kumite mit kräftigen und zielgenauen Gegenangriffen bis ins Halbfinale. Obwohl er dort das Nachsehen hatte, nahm er voller Stolz seine erste Medaille auf dem dritten Platz der Deutschen Meisterschaft entgegen. In einer Altersklasse höher startete Peter Fuller. In seinem Kata-Finale zeigte der Blaugurt Heian Yondan und landete damit auf Rang drei.

Auffällig in seiner Gruppe war Arne Krippendorf. Noch neu in der Altersgruppe 14 bis 15 Jahre sind die anderen zwar noch oft einen Kopf größer als er, doch das ist für den Magdeburger kein Hindernis. Mit enormer Athletik, Gewandtheit und im Besonderen mit Kampfeswillen beeindruckte er Zuschauer, Kampfrichter und Gegner gleichermaßen. Während viele andere noch mit ihren langen Armen lernen müssen umzugehen oder schon früh in den gleichen Mustern feststecken, zeichnet sich Arnes Kampfstil durch Unberechenbarkeit und Mut aus. Verdient setzte er sich in einer großen Gruppe durch und zog in das Finale der besten vier ein. Hier hatte er im Kampf mit dem späteren Vizemeister das Nachsehen. Mit dieser Bronzemedaille hatte er auch die Aufmerksamkeit des Teams aus Wattenscheid auf sich gezogen. Da diese noch einen Kämpfer für den Team-Wettbewerb benötigten, sprang Arne ein und gewann auch hier seine Begegnung mit zwei zu eins.

Weniger Glück hatte an diesem Tag Louis Keffel. Der 18jährige musste im Kumite das Poolfinale wegen einer alten Verletzung quasi verloren geben. Seine Schulter, die er durch viel Training wieder gut im Griff hatte, kugelte erneut aus und machte einen Zweikampf unmöglich. Bis zum Kata-Finale, in das er vor dem Kumite eingezogen war, hatte Louis es so weit wieder im Griff, dass er seine Kata zeigen wollte. Seine Sochin wurde mit 39 Punkten bewertet. Das reichte am Ende zwar nur für den vierten Rang, zeichnet aber trotzdem seine mentale Stärke aus.

Das gemischte Kata-Team der bis 11jährigen vom HKC sollte für seine gute Vorrunde nicht belohnt werden. Milla Dussa, Vigo Grasme und Mia Schneider waren in den Vorrunden das Team mit der besten Bewertung. Leider mussten sie im Finale als erstes antreten, was die ungünstigste Position ist. Die Kampfrichter werteten ihre Heian Sandan auf Platz vier, was die drei für den Moment zwar enttäuschte, zurückblickend der Finaleinzug aber schon als großer Erfolg gewertet kann.

Zuletzt hielten die Darbietungen der Damen über 18 Jahre die Zuschauer in Atem. Im Finale präsentierte Jana Elvers vom HKC als erstes ihre Kür-Kata Gojushiho Sho. Leider schätzte sie ihre Startposition auf der Kampffläche falsch ein, sodass sie zu weit vorn begann. Während der Kata verliefen einige ihre Bewegungen deshalb außerhalb des erlaubten Mattenbereichs. Nach Beratung der Kampfrichter wurden ihr dafür von jeder Einzelwertung zwei Zehntel abgezogen. Dieser Fehler kostete ihr den Sieg und ließ sie bis auf Platz drei zurückfallen. Eine herbe Enttäuschung für die Karateka. Um so entscheidender wurde ihr letzter Auftritt gemeinsam mit ihren Kolleginnen Celina Kreutz und Sophie Willuweit im Kata-Team. Erneut ging es für die Magdeburger als erstes auf die Fläche. Sie zeigten Nijushiho. Ihre Wertung von 40,5 Punkten blieb bis zum Ende ungeschlagen und der Deutsche Meistertitel ging an die Damen des HKC.

Mit 13 Platzierungen hat sich der Magdeburger Verein in einem Feld aus 478 Teilnehmern aus 73 Vereinen sehr gut geschlagen, wenn auch einige Hoffnungsträger des Vereins verletzungsbedingt nicht mit anreisen konnten. Nach der Sommerpause geht es in die zweite Hälfte und man darf gespannt sein, wie sich die Kämpfer weiterentwickeln.

Alle Platzierungen

  1. Platz:

Kata-Team Damen (Celina Kreutz, Jana Elvers, Sophie Willuweit)

Kumite-Team Damen U18 (Amy Lüer, Maya Tafel, Charlotte Oehm)

  1. Platz:

Kata Einzel Paula Ludwig

Kata-Team U14 (Paula Ludwig, Larissa Schaulies, Helene Dücker)

  1. Platz:

Kata Einzel Jana Elvers

Kata Einzel Peter Fuller

Kata-Team Damen U18 (Amy Lüer, Maya Tafel, Charlotte Oehm)

Kumite Einzel Wilhelm Witt

Kumite Einzel Arne Krippendorf

Kumite Einzel Amy Lüer

  1. Platz:

Kata Einzel Helene Dücker

Kata Einzel Louie Keffel

Kata-Team mixed (Vigo Grasme, Milla Dussa, Mia Schneider)



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