Gasshuku in Füssen – fünf Tage Karate, Schweiß und Gemeinschaft
Vom 03. bis 07. August verwandelte sich Füssen in Bayern zum Treffpunkt der deutschen Karatewelt: Das Gasshuku, das größte deutsche Karatetreffen, lockte auch in diesem Jahr zahlreiche Karatekas aus ganz Deutschland an.
Mit dabei waren 18 Sportlerinnen und Sportler aus unserem Dojo, die die weite Anreise auf sich nahmen, um fünf intensive und ereignisreiche Tage voller Karate, Gemeinschaft und neuer Impulse zu erleben.
Schon die Kulisse hätte kaum schöner sein können. Füssen präsentierte sich von seiner malerischen Seite, umgeben von einer traumhaften Berglandschaft und dem imposanten Schloss Neuschwanstein, das sich immer wieder am Horizont zeigte.
Kaum angekommen, wartete am Montagabend bereits das erste große Highlight auf die Teilnehmer: der Ländervergleichskampf zwischen Deutschland und England. Austragungsort war das beeindruckende Schlossbrauhaus Schwangau – eine außergewöhnliche Kulisse für einen Abend, an dem Karate ganz im Mittelpunkt stand.
Und der Vergleichskampf hatte es in sich! Auf der Tatami bekamen die Zuschauer spannende und hochklassige Kämpfe zu sehen, bei denen es ordentlich zur Sache ging. Die Begegnungen zwischen den beiden Nationen sorgten für jede Menge Spannung und machten Lust auf die bevorstehenden Trainingstage.
Doch nicht nur die Kumite-Begegnungen sorgten für Begeisterung. Ein ganz besonderer Moment war die beeindruckende Unsu von dem japanischen Instruktor und Kata-Weltmeister aus 2024 Kaishi Hakizume. Mit enormer Dynamik, Präzision und Athletik demonstrierte er eindrucksvoll, welche Kraft und Eleganz in dieser Kata stecken.
Für einen weiteren absoluten Gänsehautmoment sorgte das deutsche Kata-Nationalteam mit der Anwendung der Kata Sochin. Was hier auf der Tatami gezeigt wurde, war Karate auf höchstem Niveau – eine Demonstration, die einem im wahrsten Sinne des Wortes die Schuhe auszog! Die Präzision, Synchronität und Dynamik der Athleten waren beeindruckend und bildeten einen perfekten Auftakt für das diesjährige Gasshuku.
Für unsere 18 Karatekas hieß es allerdings zunächst weiter: trainieren, trainieren, trainieren. Drei Einheiten pro Tag standen auf dem Programm, für die Kaderathleten sogar vier. Ein ordentliches Pensum, das einiges an Kondition und Durchhaltevermögen verlangte. Umso beeindruckender war es, dass selbst unsere jüngsten Teilnehmer im Alter von gerade einmal zehn Jahren jede einzelne Trainingseinheit mit vollem Einsatz absolvierten.
Der Trainingstag begann jeden Morgen mit einer Kata-Einheit. Anschließend wurde erst einmal gemeinsam gefrühstückt, bevor es mit Kihon und Kumite weiterging. Dabei bot das Gasshuku eine hervorragende Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und von hochkarätigen Trainern zu lernen.
Besonders die japanischen Instruktoren Yuko Hirayama und Kaishi Hakizume setzten dabei zahlreiche neue Impulse. Neben anspruchsvollen Übungen wurde auch intensiv an den Grundlagen gearbeitet. Gerade im Kumite lag ein besonderer Fokus darauf, mit dem Partner konzentriert und fordernd zu trainieren – eine Herausforderung, die unsere Athleten gerne annahmen.
Aber auch die bekannten deutschen Instruktoren Toribio Osterkamp, Thomas Schulze, Julian Chees, Andreas Klein und Pascal Senn sorgten dafür, dass die Trainingskleidung nicht lange trocken blieb. Mit viel Energie und anspruchsvollen Trainingseinheiten brachten sie unsere Sportler ordentlich ins Schwitzen und gaben ihnen jede Menge Anregungen für das Training im heimischen Dojo mit.
Doch bei aller Trainingsintensität kam auch die Erholung nicht ganz zu kurz. In den Nachmittagsstunden bot der nahegelegene Forggensee die perfekte Gelegenheit, die müden Muskeln im Wasser zu entspannen. Und während andere vielleicht lieber die Füße hochlegten, nutzten einige besonders Motivierte den freien Mittwochnachmittag kurzerhand für eine Wanderung zum Schloss Neuschwanstein. Schließlich gehört zu einem Gasshuku nicht nur das Training, sondern auch das gemeinsame Erleben abseits der Tatami.
Ein besonderer Höhepunkt wartete dann am Donnerstag- beziehungsweise Freitagvormittag auf vier unserer Karatekas: Sie stellten sich den anspruchsvollen Dan-Prüfungen. Unter den wachsamen Augen von Shihan Hideo Ochi (9. Dan) und Thomas Schulze (7. Dan) hieß es, das über viele Jahre Erlernte abzurufen und in einem anspruchsvollen Prüfungsprogramm unter Beweis zu stellen. Wir gratulieren allen Prüflingen zu ihrer bestandenen Prüfung!
Fünf Tage Gasshuku liegen hinter uns – fünf Tage voller intensiver Trainingseinheiten, neuer Erfahrungen, sportlicher Herausforderungen und vor allem gemeinsamer Erlebnisse. Für unsere 18 Teilnehmer war die Reise nach Füssen damit nicht nur eine sportliche, sondern auch eine gemeinschaftliche Bereicherung.
Ein herzliches Dankeschön geht an das ausrichtende Dojo Shinto Füssen e.V. für die hervorragende Organisation, die herzliche Gastfreundschaft und ein rundum gelungenes Gasshuku!
Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!
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